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Deutsch

Wir sind alle Proben Mitleiter hier (unbearbeitet von 28 Juli 2019, als ich mit Deutsch anfing)

Ich fürchte mich.

(So haben wir alle einmal gedacht.)

Atmen.

So beginnt hier die Alltagsprobe.

Fange du an.

Doch.

Doch!

Bitte.

Bitte.

Fangen wir an,

So einstimmig wie möglich.

Auch wenn es für Anfänger eigentlich nicht sehr möglich ist.

Schweigen.

Atmen.

Ein.

Szene: Selbstbewusstsein

Ich bin ganz lieb, sagte ich ernst.

Du, die Deutsch besser kannst, lachtest liebevoll, erfreut. 

Gut, denke ich, sie weiß, sie geliebt ist—

Komisch, denkst du: er gesteht fast nie, dass er liebenswert sei.

Und die beide bekommen genau was wir brauchten. Lächeln.

Szene: Zufallshoffnung

Er sagt, er von seiner Frau geschieden ist.

Unsicher höre ich so deutlich wie möglich zu.

Na ja, sag ich cool, was für eine Entscheidung habt ihr getroffen?

Überrascht antwortet er ruhig:

Vielleicht hast du Recht. Wir haben zumindest zusammen dafür entschieden.

Szene: Erwachsener Unschuld

Ich bin so Entschuldigung, dass deine Freundin gestorben ist—wir umarmen uns.

Es tut mir Leid, noch einmal bitte? Ich konnte nicht hören.

Szene: Wahrheit, auf jeden Fall

Es ist so lustig, plötzlich traurig zu sein—

Und so wird es.

Und so wird das Gewicht leichter.

Er ist so nett und komisch, der Komiker, oder? —

Und mein Zuhörer sagt mir keinen Bescheid, weil jemand endlich die Wahrheit dahinter gesagt hat.

So geht es bei uns.

Jeder Tag wird vorsichtig improvisiert.

Merkt ihr, wie viel wir tun können, wenn wir wissen nicht besser, als furchtlos zu sein?

Wenn ihr endlich euere Fehltritte bemerkt, bitte, Schritt haltet.

Sie gehen einfach um die Sprache, doch das Herz hat immer noch Recht.

Das Publikum merkt nicht so deutlich euere Gefühle: nur einen Mangel daran.

Also besser Ausbruch durcheinander, als richtiges und verstimmt Gefühl.

Einfach 

Tanzt weiter.

Atmen.

Zusammen.

Ein

Immer weiter und wieder

Aus.

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